CDU Ronnenberg

Personalaufwendungen steigen deutlich an

Langfristige Entwicklung im Haushalt

Die Personalaufwendungen der Stadt Ronnenberg steigen seit Jahren deutlich. Die Entwicklung wirkt langfristig auf den Haushalt – und sie wirft Fragen nach Struktur, Organisation und Belastbarkeit auf.

 

Personal – notwendig und kostenintensiv
Ohne Personal funktioniert keine Verwaltung. Gleichzeitig zählen Personalkosten zu den größten Ausgaben einer Stadt.


In Ronnenberg steigen diese Ausgaben seit Jahren deutlich an. Um unglaubliche 56% seit dem Amtsantritt von Bürgermeister Kratzke im Jahr 2022.

Warum diese Entwicklung so bedeutsam ist
Personalkosten binden den Haushalt langfristig.
Sie schränken die finanziellen Spielräume für andere Aufgaben ein.
Das betrifft Investitionen, Instandhaltung und freiwillige Leistungen.

Der Blick hinter den Stellenplan
Ein weiterer Punkt darf nicht ausgeblendet werden:
Nicht alle Mitarbeitenden stehen dauerhaft zur Verfügung.
Erhöhte krankheitsbedingte Ausfälle belasten den Arbeitsalltag und die Verwaltung spürbar.

Tarifliche Gehaltsentwicklungen als Kostentreiber
Ein wesentlicher Teil der steigenden Personalkosten entsteht durch tarifliche Gehaltserhöhungen.
Diese werden zwischen Gewerkschaften und Arbeitgeberverbänden verhandelt.
Auf diese Abschlüsse haben weder die Stadtverwaltung noch die kommunale Politik vor Ort Einfluss. Sie sind verbindlich und müssen im Haushalt vollständig abgebildet werden.
Das bedeutet: Auch ohne neue Stellen steigen die Personalkosten automatisch weiter an.

Folgen für Bürgerinnen und Bürger
Wenn Aufgaben nicht vollständig abgedeckt werden können, zeigt sich das im Alltag.
Bearbeitungszeiten verlängern sich, Abläufe werden komplizierter.
Das ist für niemanden zufriedenstellend.

Was jetzt wichtig ist
Steigende Kosten allein sind kein Vorwurf. Aber sie verlangen nach einer ehrlichen Analyse:

  • Wo lassen sich Abläufe vereinfachen?
  • Wo kann Technik unterstützen?
  • Und wo ist Personal wirklich unverzichtbar?

Unsere Position
Die CDU Ronnenberg steht zu den Beschäftigten der Stadt Ronnenberg.
Gleichzeitig stehen wir zur Verantwortung gegenüber dem Haushalt und den Bürgerinnen und Bürgern. 
Wertschätzung zeigt sich nicht nur in Forderungen. Sie zeigt sich auch in Strukturen, die dauerhaft funktionieren.

Die CDU Ronnenberg setzt auf Verlässlichkeit und Augenmaß.
Wir wollen eine Verwaltung, die gut arbeitet und gesund bleibt. Dazu gehören klare Prioritäten, moderne Arbeitsmittel und der Mut, neue Werkzeuge sinnvoll einzusetzen.

Digitalisierung und KI sehen wir dabei als Hilfsmittel, um den weiteren Personalaufwuchs zu begrenzen und die tägliche Arbeit für die Mitarbeitenden spürbar zu erleichtern.

Fazit
Die Entwicklung der Personalkosten ist eindeutig.
Jetzt kommt es darauf an, sie verantwortungsvoll zu steuern – mit Blick auf Menschen, Aufgaben und Finanzen.

Öffentlicher Dienst und wirtschaftliche Realität
Ein zentrales Argument der Gewerkschaften lautet bei Gehaltsforderungen, es gehe bei den aktuellen Forderungen um mehr „Wertschätzung“ für die Beschäftigten im öffentlichen Dienst. Diese Wertschätzung wird dabei sehr konkret verstanden: höhere Einkommen, kürzere Wochenarbeitszeiten und zusätzliche freie Tage.

Gleichzeitig erleben viele Menschen außerhalb des öffentlichen Dienstes eine ganz andere Realität. Für sie bedeutet Arbeit oft lange Pendelwege, steigenden Leistungsdruck und die wachsende Sorge um den eigenen Arbeitsplatz. In vielen Betrieben wird derzeit nicht über Entlastung gesprochen, sondern über Stellenabbau und Kostensenkungen. Für nicht wenige wäre es bereits ein Erfolg, ihren Job dauerhaft zu behalten.

Dieser Unterschied prägt die öffentliche Wahrnehmung. Denn im öffentlichen Dienst gelten Arbeitsplätze als vergleichsweise sicher. Die Finanzierung erfolgt über den Staat, und damit letztlich über Steuermittel oder neue Schulden. Das schafft eine andere Ausgangslage als in der Privatwirtschaft, wo wirtschaftliche Grenzen sehr viel schneller spürbar werden.

Für die Stadt Ronnenberg ist das eine besondere Herausforderung. Sie ist an tarifliche Abschlüsse gebunden, ohne an den Verhandlungen beteiligt zu sein. Steigen Gehälter und sinken Arbeitszeiten gleichzeitig, erhöht das den finanziellen Druck automatisch – selbst dann, wenn keine einzige neue Stelle geschaffen wird.

Dabei geht es nicht um Neid oder Missgunst. Niemand stellt in Frage, dass gute Arbeit fair bezahlt werden soll. Die Frage ist vielmehr, ob zusätzliche Entlastungen bei Arbeitszeit und Urlaub gleichzeitig leistbar sind, ohne neue Probleme zu erzeugen. Weniger Arbeitszeit bei gleichen Aufgaben führt am Ende entweder zu zusätzlichem Personalbedarf oder zu einer höheren Belastung der verbleibenden Mitarbeitenden.

‼ Problematisch wird es dort, wo der Eindruck entsteht, die Stadt Ronnenberg könne sich dauerhaft von den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen abkoppeln. Die Stadt steht nicht außerhalb der Realität. Sie muss ihre Aufgaben erfüllen, Haushalte ausgleichen und zugleich für die Bürgerinnen und Bürger erreichbar bleiben.

Deshalb braucht es eine ehrliche Debatte. Über Wertschätzung, ja. Aber auch über Machbarkeit, Verantwortung und langfristige Folgen für die Stadt Ronnenberg.