Doppelschlag für den Haushalt: Weniger Landesmittel, Einbruch der Gewerbesteuer
Sinkende Bedarfszuweisungen, wegbrechende Gewerbsteuer und eine haushaltswirtschaftliche Sperre: Die finanzielle Lage der Stadt Ronnenberg spitzt sich weiter zu.
Die Unterstützung des Landes nimmt deutlich ab
Die Stadt Ronnenberg erhält seit mehreren Jahren Bedarfszuweisungen des Landes Niedersachsen wegen ihrer außergewöhnlich schwierigen Haushaltslage. Doch diese Unterstützung wird immer geringer.
Während Ronnenberg 2024 noch 3,59 Millionen Euro erhielt, waren es 2025 2,31 Millionen Euro. Für 2026 bewilligt das Land nur noch 1,855 Millionen Euro. Damit sinkt die Bedarfszuweisung innerhalb von zwei Jahren um 1,735 Millionen Euro oder rund 48 Prozent.
Besonders problematisch: Im Haushalt 2026 hatte die Stadt noch mit 2,31 Millionen Euro gerechnet. Tatsächlich fließen nun 455.000 Euro weniger als eingeplant.
Weitere Einnahmeausfälle verschärfen die Situation
Die geringere Bedarfszuweisung kommt nicht allein. Nach Angaben der Stadt belasten zusätzlich eine erhebliche Gewerbesteuerrückzahlung einschließlich Verzinsung, geringere allgemeine Finanzzuweisungen sowie niedrigere Einnahmen aus dem Gemeindeanteil an der Einkommensteuer den Haushalt.
Insgesamt rechnet die Verwaltung inzwischen mit Mindererträgen von mehr als drei Millionen Euro.
Haushaltssperre mit sofortiger Wirkung
Als Reaktion hat Bürgermeister Marlo Kratzke am 10. Juni 2026 eine haushaltswirtschaftliche Sperre verhängt.
Geplant sind Einsparungen von insgesamt 3.231.350 Euro. Gespart werden soll unter anderem bei Sach- und Dienstleistungen, sonstigen ordentlichen Aufwendungen sowie den Personalaufwendungen. Zusätzlich sollen Zinsaufwendungen und die Gewerbesteuerumlage reduziert werden.
Die Haushaltssperre zeigt deutlich, wie ernst die finanzielle Situation inzwischen geworden ist.
Unsere Position
Die CDU Ronnenberg weist seit Langem darauf hin, dass die Stadt ihre finanzielle Handlungsfähigkeit dauerhaft sichern muss. Die aktuelle Entwicklung bestätigt, dass sich die finanzielle Lage weiter verschlechtert. Sinkende Landesmittel und wegbrechende Einnahmen können nicht dauerhaft durch neue Schulden oder kurzfristige Sparmaßnahmen ausgeglichen werden.
Jetzt braucht es klare Prioritäten, mehr Transparenz und vor allem eine stärkere wirtschaftliche Basis. Nur mit höheren eigenen Einnahmen kann Ronnenberg seine Pflichtaufgaben langfristig finanzieren und unabhängiger von Bedarfszuweisungen werden.
Fazit
Die sinkenden Bedarfszuweisungen, zusätzliche Einnahmeausfälle und die jetzt verhängte Haushaltssperre sind keine voneinander unabhängigen Ereignisse. Sie zeigen gemeinsam, dass die finanzielle Lage der Stadt einen kritischen Punkt erreicht hat. Umso wichtiger ist es, jetzt verantwortungsvoll zu handeln und die Weichen für dauerhaft solide Finanzen zu stellen.